Prüfkritieren bei Lehrersuche

Wie aus den vorausgehenden Seiten zu erkennen war, birgt Qi Gong bei falscher Anleitung auch Gefahren. Deshalb ist die Suche nach einem erfahrenen, guten Lehrer nicht immer einfach. Im folgenden ein paar Anregungen, worauf Sie dabei achten sollten. All dies ist aus meiner persönlichen Sicht geschildert und stellt somit keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit.

Am wichtigsten finde ich, dass er weiß, was er kann und was er nicht kann. Im Bereich des inneren Qi Gong gibt es derzeit in Europa nur wenige erfahrene Lehrer. Chinesische Lehrer haben immer wieder die Schwierigkeit der sprachlichen Vermittlung, da solchen feinen inneren Prozesse in Worte zu fassen schon in der Muttersprache eine Herausforderung darstellt.

Ich würde einen Lehrer vorziehen, der mit einem soliden Programm des bewegten Qi Gong anfängt (also so die ersten sieben Jahre) und dann langsam und allmählich Basis-Anleitungen des inneren Qi Gong mit einströmen läßt.

Ein guter Qi-Gong-Lehrer sollte mindestens über 15 Jahre eigene Praxiserfahrung verfügen (Wenn er das bis dahin selbst gut überstanden hat, weiß er, worum es geht  :-) ).

Außerdem halte ich es für ein gutes Zeichen, wenn er den Schüler eher bremst. Das könnte auf sein Verantwortungsgefühl hindeuten.

Beim Prüfens des Lehrers würde ich ihm heute am Anfang die Frage stellen, wo das Ganze im Fernziel hinführen soll. Wenn darauf keine Antwort kommt, würde ich mich distanzieren. - Jedem, der Qi Gong praktiziert, sollte grob klar sein, welche Ziele er damit verfolgt. Nur aus Erlebnishunger zu praktizieren kann in eine verheerende Sackgasse führen.

Außerdem hätte ich ein gutes Gefühl bei einem Lehrer, der sich zentral zu zwei oder drei Formen des Qi Gong bekennt und diese auch tatsächlich bis  zu einem gewissen Punkt durchdrungen hat. Lehrer, die vorgeben fünf oder mehr Systeme zu beherrschen, sollten kritisch geprüft werden. Ausnahmen wären für mich hier nur chinesische Praktiker, die 30 oder mehr Jahre intensiv dabei sind.

Der Qi-Gong-Lehrer selbst sollte zu erkennen geben, dass ihm die Lebensführung als solche am Herzen liegt. Sympathisch finde ich Praktiker, die mit einem Schmunzeln über eigene Schwächen berichten können, bei denen grundsätzlich aber erkennbar ist, dass ihre Lebensausrichtung in eine positive, vorbildliche Richtung geht.

Ein erfahrener, bodenständiger, nüchterner Profi wäre mir heute lieber als ein Lehrer, der vieles ausprobiert hat und zum Mystifizieren neigt.
Ein guter Lehrer prüft den Schüler auf Herz und Nieren, bevor er ihm bestimmte Dinge zeigt. Er ist in der Lage, den Schüler zu desillusionieren und im nächsten Schritt aufzubauen.

Auch heute bleibt Qi Gong ein Weg, der ein Vertrauensverhältnis zwischen Lehrendem und Lernendem voraussetzt.  Der direkte Kontakt zwischen Lehrer und Schüler über Jahre ist die zentrale Grundlage für eine gute Entwicklung.

Ich hoffe, dass Ihnen die oben genannten Kriterien aus meiner persönlichen Erfahrung heraus, bei der Suche weiterhelfen.

Bernd Mathieu

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